Bauen im Einklang mit Mensch und Umwelt

Bild: Schachinger Logistik

Bild: Schachinger Logistik

Ein Jahr nach Inbetriebnahme zeigt die möglichst nachhaltig errichtete Lagerhalle Leuchtturm 1 (LT1) von Schachinger Logistik ihre Stärken. „Bei der Lagerung von Lebensmitteln oder Pharmazeutika spielt der LT1 die üblichen Hallen an die Wand“, sagt Max Schachinger, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. Die Mitarbeiter fühlen sich im klaren

Licht der LED-Lampen, in der guten Akustik und den nach Fengshui-Farbkonzept bemalten Wänden wach und menschlich wohl, so Schachinger.

Sechs Prozent betrugen die Mehrkosten der in Passivhausqualität errichteten Halle gegenüber dem günstigsten Standard im Hallenbau. Schachinger rechnet damit, dass sich diese innerhalb von etwa acht Jahren amortisieren werden: „Herkömmliche Hallen sind nur vor dem ersten Tag der Inbetriebnahme günstig, danach durch die Betriebskosten und mäßige Funktionalität aber teuer.“

Da das Unternehmen den gesamten Lebenszyklus der eingesetzten Materialien berücksichtigen wollte, hat es vor allem nach einer Alternative zu den im Hallenbau üblichen Sandwichpaneelen gesucht. Diese können nicht umweltgerecht erzeugt und nur als Sondermüll entsorgt werden. Im Massivholzbau wurde sie schließlich gefunden. „Das Holzkonstrukt kann man jederzeit wieder mit dem Akkuschrauber auseinandernehmen“, sagt Andreas Prehal vom Steyrer Architekturbüro Poppe Prehal, das den LT1 geplant hat.

Durch den hohen Warenumschlag ist die Hallentechnik besonders gefordert: Die Lebensmittel müssen von der Außentemperatur auf 12 bis 18 Grad Celsius temperiert werden, die Rolltore werden häufig geöffnet. Dafür wurde die Gebäudehülle auf Energieverbrauch optimiert und die Halle hochwertig ausgestattet. „Ich kenne kein zweites Gebäude in dieser Dimension, das so gebaut wäre“, sagt Prehal. Sein Büro betreue viele Gewerbebetriebe, vorwiegend Familienunternehmen, die Wert auf nachhaltiges Bauen legen, so Prehal. Insgesamt sei der Anteil aber noch gering.

Mit kreislauffähigen Baumaterialien beschäftigt sich der Baubiologie Alfred Ruhdorfer. Sein Ziel ist es, synthetische und nicht-erneuerbare Materialien für Kleber, Brandschutz und Dämmung durch Rohstoffe von heimischen Wiesen, Feldern und Wäldern zu ersetzen. Dazu seien Forschung und Entwicklung sowie Bewusstseinsbildung notwendig, so Ruhdorfer. Um die praktische Anwendung natürlicher Baumaterialen zu testen und zu zeigen, hat er gemeinsam mit Planern, Produzenten und Handwerkern das Netzwerk ecoforma im oberen Mühlviertel gegründet. „Österreich hätte hier unglaubliches Potential und ist durch seine Vorreiterrolle im Biolandbau glaubwürdig“, sagt Ruhdorfer.

Veröffentlicht im Wirtschaftsblatt Regional, Dezember 2014

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