Zeitenwenden

ZeitenwendenZeitenwenden verunsichern Menschen, wecken Hoffnungen und tiefe Emotionen. Wunderbarer literarischer Stofff, also. Gerne verknüpfen Autoren die geschichtlichen Ereignisse mit dem Leben fiktionaler Familien. Ich lese solche Romane sehr gerne: Sind sie gut geschrieben, erlebe ich die Sorgen, Gefühle und Hoffnungen fast hautnah mit. Hier drei besonders gute Beispiele, die zudem schöne Portraits dreier Länder und ihrer Kulturen liefern.

Orhan Pamuk, Diese Fremdheit in mir

Schon während des Lesens war mir innerlich zum Jubeln, vor lauter Freude über diesen tollen Roman. Landflucht, Religion, Familie, Traditionen, Frau-Mann-Rollen, Modernisierung… da stecken so viele Themen und Umbrüche drin! Vor allem ist es aber ein wirklich feiner Istanbul-Roman, wunderschön geschrieben und durchgehend fesselnd.

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Ernst Lothar, Der Engel mit der Posaune

Eine Klavierbauerfamilie und ihr Wohnhaus in der Wiener Innenstadt portraitieren Österreich vom Zusammenbruch der Monarchie bis zum Zweiten Weltkrieg. Ein Sammelsurium an renitenten Kindern, ewig trauernden Witwen und machtbewussten Patriarchen ist hier versammelt, in diesem dunklen und nasskalten Haus. Auch wenn das Buch erstmals bereits 1945 erschienen ist und eine vergangene Zeit im Fokus hat: Vieles gilt immer noch, so manche Parallele zur aktuellen (Umbruchs?)-Zeit beängstigt mich.

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Yu Hua, Brüder

Wer sich nur ein ganz klein wenig für China, seine Menschen und seine aktuellere Geschichte interessiert, sollte dieses erschütternde, lustige, absurde und liebenswerte Buch unbedingt lesen, meine ich. Zwei Brüder erleben die Kulturrevolution und die Öffnung zum Kapitalismus auf sehr unterschiedliche Weise. So gut geschrieben, dass das Kopfkino zu laufen beginnt.

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